9.6 A Textanalyse — analysing a non-fiction text — Epoché
What you will be able to write A Textanalyse of a non-fiction text of about 700 words: introduction, content, structure, language, evaluation. A summary of the author's claims in the present tense and in Konjunktiv I , kept apart from your own judgement. Short, exact quotations with a reference, and the verbs that describe what an author does: definiert , erläutert , vergleicht , spricht … an . An evaluation that names both the strength of a text and its limits. Sentences from this lesson, before the explanation. Read the German aloud; all of them come back below. German English Dieser Patient will sich nicht behandeln lassen. [1] This patient does not want to be treated. Eine Reise nach Amerika in diesem Sommer kommt nicht in Frage. [2] A trip to America this summer is out of the question. Da ich ihn noch nie gesehen habe, kann ich ihn auch nicht wiedererkennen. [3] Since I've never seen him before, I won't be able to recognise him. Sie werden sich selbst nicht wiedererkennen. [4] You won't be able to recognize yourself. Ich kann ihn hier nicht gebrauchen. [5] I don't need him here. Wie viele Absätze hat dieser Text? [6] How many paragraphs are there in this text? Wann geht es denn nach Amerika? [7] When are you leaving for America? Prerequisites : 9.5 — you need Kant's essay from 10.3 Argument , reported speech from 2.26 Grammar , and the names of figures of speech from 5.22 Vocabulary . The Erörterung of 9.5 Writing asks what you think about a question. The Textanalyse asks what a text says and how it says it. It is the other great genre of German school writing, set in the final examinations and in university seminars, and it trains a different skill: reading closely and reporting exactly, without mixing the author's view with your own. The model below analyses the opening of a text you already know, Kant's answer to the question Was ist Aufklärung? , so that you can check every claim it makes against the original. Model An analysis of the first two paragraphs of Kant's essay, written for this course. Quotations keep Kant's spelling. Introduction. Der Text „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ von Immanuel Kant erschien im Dezember 1784 in der Berlinischen Monatsschrift. Es handelt sich um einen philosophischen Essay, der sich an gebildete Leser richtet. Kant erklärt darin, was Aufklärung ist, und fragt, warum so viele Menschen nicht selbst denken. Untersucht werden hier die ersten beiden Absätze. Content. Kant definiert Aufklärung im ersten Satz als den „Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“ (Abs. 1). Unmündig ist nach Kant, wer seinen Verstand nicht ohne die Leitung eines anderen gebrauchen kann. Selbst verschuldet ist dieser Zustand, wenn es dem Menschen nicht an Verstand fehlt, sondern an Mut. Daraus folgt der Wahlspruch der Aufklärung: „Habe Muth dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ (Abs. 1). Im zweiten Absatz nennt Kant die Ursachen der Unmündigkeit: Faulheit und Feigheit. Es sei bequem, unmündig zu sein, denn andere übernähmen das Denken. Außerdem würden die „Vormünder“ dafür sorgen, dass der größte Teil der Menschen den Schritt zur Mündigkeit für gefährlich halte (Abs. 2). Structure. Der Text beginnt nicht mit einer Frage, sondern mit einer Definition. Kant erläutert dann die Begriffe der Definition einen nach dem anderen und zieht daraus eine Forderung. Erst danach fragt er nach den Gründen. Die Argumentation geht also von der These über die Erklärung zur Begründung. Language. Kant arbeitet mit Bildern aus dem Recht und aus der Familie. „Unmündigkeit“ und „Vormünder“ sind Wörter aus dem Recht: Unmündig ist ein Kind, das noch nicht selbst entscheiden darf, und ein Vormund entscheidet an seiner Stelle. Der Leser soll sich fragen, ob er sich wie ein Kind behandeln lassen will. Im zweiten Absatz vergleicht Kant die Menschen sogar mit „Hausvieh“, das man „dumm gemacht“ hat (Abs. 2). Der Imperativ „Habe Muth …“ spricht den Leser direkt an. Die Beispiele mit dem Buch, dem Seelsorger und dem Arzt stehen in der Ich-Form, sodass jeder Leser sich darin wiedererkennen kann. Auch die Ironie ist wichtig: Die Vormünder haben die Aufsicht „gütigst“ übernommen (Abs. 2). Evaluation. Kants Text wirkt bis heute, weil er die Verantwortung beim Einzelnen sucht. Die kurze Definition und der Imperativ sind leicht zu behalten. Man kann allerdings fragen, ob Faulheit und Feigheit wirklich die wichtigsten Gründe sind; auch fehlende Bildung und Armut halten Menschen davon ab, selbst zu denken. Kant selbst nennt im nächsten Absatz weitere Hindernisse: Satzungen und Formeln. Insgesamt ist der Anfang des Textes ein klarer und überzeugender Aufruf zum eigenen Denken. The plan Part What it does In the model Introduction author, title, date, place, kind of text, topic Es handelt sich um einen philosophischen Essay … Content what the author says, in order, in the present tense Kant definiert … Im zweiten Absatz nennt Kant … Structure how the argument is built Der Text beginnt nicht mit …, sondern mit … Language figures of speech and their effect, with quotations Kant arbeitet mit Bildern aus … Evaluation strength, limits, overall judgement Man kann allerdings fragen, ob … Insgesamt … Present tense and Konjunktiv I. The content is reported in the present: Kant definiert , Kant nennt . Where you report the author's claims rather than describe his actions, use Konjunktiv I : Es sei bequem, unmündig zu sein. Where Konjunktiv I looks like the indicative, as with sie übernehmen , switch to Konjunktiv II : andere übernähmen das Denken . Where Konjunktiv II also looks like the indicative, as with weak verbs ( sie sorgten ), use würde : die Vormünder würden dafür sorgen . This keeps the author's voice apart from yours. Quotations. Quote little and exactly. A quotation is a few words inside your own sentence, in German quotation marks, with a reference: (Abs. 2) for a paragraph, or (Z. 12) for a line when the text in an examination has line numbers. Keep the original spellin