Introduction to Modern Logic. Part One. — Goswin Uphues
Erster Teil. by Goswin Uphues Erster Teil. This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at www.gutenberg.org . If you are not located in the United States, you will have to check the laws of the country where you are located before using this eBook. Title : Einführung in die moderne Logik. Erster Teil. Author : Goswin Uphues Release date : January 5, 2008 [eBook #24172] Language : German Other information and formats : www.gutenberg.org/ebooks/24172 *** START OF ERSTER TEIL. *** Erster Teil. by Goswin Uphues Einführung in die moderne Logik. Erster Teil. by Goswin Uphues Edition 1 , ( January 5, 2008 ) [pg I] Der Bücherschatz des Lehrers. Wissenschaftliches Sammelwerk zur intellektuellen und materiellen Hebung des Lehrerstandes. Unter Mitwirkung massgebender Fachgelehrter und Schulmänner herausgegeben von K. O. Beetz, Schuldirektor in Gotha Fünfter Band. Einführung in die moderne Logik. Osterwieck/Harz. Verlag von A. W. Zickfeldt. 1901. [pg II] Einführung in die moderne Logik. Von Goswin Uphues Professor an der Universität Halle. Erster Teil: Grundzüge der Erkenntnistheorie. Osterwieck/Harz. Verlag von A. W. Zickfeldt. 1901. Erster Teil. by Goswin Uphues [pg III] Vorwort. Wer die Entwicklung der philosophischen Forschung der letzten zehn Jahre mit aufmerksamem Blicke verfolgte, dem konnte es nicht entgehen, dass in der Auffassung des Verhältnisses von Psychologie und Logik eine Wandlung eintrat oder sich wenigstens anbahnte. Anfangs hatte es den Anschein, als ob die Psychologie die Stellung einer ersten und herrschenden Disciplin erhalten sollte. Das Erkennen und Denken sind doch Bewusstseinsthatsachen und anderseits Voraussetzungen aller Wissenschaften und somit auch der Philosophie. Was lag näher, als die Wissenschaft von den Bewusstseinsthatsachen, die Psychologie, als grundlegende philosophische Disciplin zu betrachten, ja noch mehr, sie zur Grundlage aller Wissenschaften zu machen. Allmählich aber brach sich der Gedanke Bahn, dass vom Erkennen und Denken als Bewusstseinsthatsachen das Erkannte und Gedachte sorgfältig unterschieden werden müsse und dass die Untersuchung hierüber eher das Recht in Anspruch nehmen könne als Voraussetzung aller Wissenschaften und als grundlegende philosophische Disciplin zu gelten. So trat die Logik an die Stelle der Psychologie; sie nahm wieder, wie ehemals in der Philosophie, unter den philosophischen Disciplinen die erste Stelle ein. Aber Hand in Hand damit ging auch eine andere Auffassung der Logik. Man begnügte sich nicht mehr mit einer Behandlung der blossen Formen des Denkens, sondern Fragen, die den Inhalt des Denkens und Erkennens, das Gedachte und Erkannte betreffen, wurden in immer grösserer Zahl in die Logik hineingezogen. Die Logik wurde aus einer formalen Disciplin, zu der sie unter dem Einflusse Kants geworden war, in eine [pg IV] erkenntnistheoretische Disciplin umgestaltet. Das hatte seinen Grund nicht bloss in der Entwicklung der philosophischen Forschung, sondern wird auch durch die Natur der Sache gefordert. Verstehen wir unter Logik die Wissenschaft vom Denken, so ist doch nicht alles Denken Gegenstand der Logik, sondern nur das Denken, durch welches aus dem im Bewusstsein Gegebenen Erkenntnisse werden, das Denken also, das seinen Zweck im Erkennen hat und ihm als Mittel dient. In der Logik ist also das Denken dem Erkennen untergeordnet. Die Logik ist in erster Linie Erkenntnislehre und erst in zweiter Linie Denklehre. Was heisst Erkennen? Was können wir erkennen? Das sind die Fragen, welche die Logik vor allem zu beantworten hat. Ihre erste Aufgabe ist, den Begriff des Erkennens nach seinem Inhalt und Umfang zu bestimmen. Aber das Erkennen ist eine Thätigkeit, die sich auf ein Ziel richtet. Dieses Ziel ist die Wahrheit. Eine solche Thätigkeit setzt die Erkenntnis des Zieles, seiner Erreichbarkeit und der Normen, die sie zu befolgen hat, voraus. Was Erkennen heisst, können wir nur bestimmen, wenn wir wissen, was Wahrheit ist (Definition der Wahrheit), wie wir sie erreichen können (Kennzeichen der Wahrheit), welche Regeln wir zu diesem Zwecke beobachten müssen (Gesetze des Erkennens). Die Untersuchungen über den Begriff der Wahrheit, über das Kennzeichen der Wahrheit und über die Gesetze des Erkennens, wie ich sie in der vorliegenden Schrift dargestellt habe, machten seit 1896 den ersten Teil meiner in jedem Sommer gehaltenen Vorlesungen über Logik aus. Sie erscheinen hier um ein Beträchtliches vermehrt, nämlich um den ganzen vierten Abschnitt dieser Schrift, der vom Umfange unsers Wissens handelt. In diesem Abschnitte beantworten wir die zweite Frage der Erkenntnistheorie: Was können wir erkennen? während die Untersuchungen über die Definition der Wahrheit, das Kennzeichen der Wahrheit und die Gesetze des Erkennens, die drei ersten Abschnitte dieser Schrift umfassend, die erste Frage der Erkenntnistheorie: Was heisst Erkennen zu beantworten suchen. [pg V] Die Auffassung der Logik als erkenntnistheoretischer Disciplin ist eine Wendung zum Besseren. Allein rücksichtlich dessen, was Erkenntnistheorie zu leisten hat und leisten kann, gehen die Meinungen weit auseinander. Das Erkennen im gewöhnlichen von allen wissenschaftlichen Forschern mit Ausnahme einiger Erkenntnistheoretiker angenommenen Sinne hat eine metaphysische Bedeutung. Die Wahrheit ist ein metaphysischer Begriff. Was wahr ist, ist nur wahr, weil es für alle Zeit und darum für die Ewigkeit gilt. Nur darum gilt es auch für alle Denkenden. Wirklich ist etwas nur, weil es an diesem Ewigkeitscharakter der Wahrheit teilnimmt. Diesem Begriff der Wahrheit möchten viele um jeden Preis aus dem Wege gehen, obgleich er in jeder ernstgemeinten Behauptung wiederkehrt und natürlich von allen wissenschaftlichen Forschern ausser einigen Erkenntnistheoretikern