Prior Analytics — Aristotle
Lehre vom Schluss oder Erste Analytik (Organon III) | Project Gutenberg You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at www.gutenberg.org . If you are not located in the United States, you will have to check the laws of the country where you are located before using this eBook. Title : Lehre vom Schluss oder, Erste Analytik (Organon III) Author : Aristotle Translator : Eugen Rolfes Release date : April 11, 2026 [eBook #78423] Language : German Original publication : Hamburg: Felix Meiner Verlag, 1921 Other information and formats : www.gutenberg.org/ebooks/78423 Credits : Alexander Bauer, Jana Srna and the Online Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net *** START OF Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht mehr verwendete Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original unverändert. Verschiedene Schreibvarianten (Contradiktionen/Contradictionen, etc.) wurden nicht vereinheitlicht, sofern der Wortsinn erhalten bleibt. Abhängig von der im jeweiligen Lesegerät installierten Schriftart können die im Original gesperrt gedruckten Passagen gesperrt, in serifenloser Schrift, oder aber sowohl serifenlos als auch gesperrt erscheinen. Die Einträge im Inhaltsverzeichnis für die Anmerkungen, sowie das Namen- und Sachverzeichnis wurden vom Bearbeiter der Übersichtlichkeit halber eingefügt. Fußnoten wurden an das Ende des betreffenden Absatzes angefügt und erhalten die Buchstaben A bis H; die mit arabischen Zahlen versehenen Endnoten befinden sich einem gesonderten Abschnitt ‚ Anmerkungen ‘. Letztere wurden in der gedruckten Version für das Erste und Zweite Buch getrennt nummeriert, beginnen dort also jeweils bei 1. In der elektronischen Fassung erfolgt die Nummerierung dagegen durchgehend. Die betreffenden Verweise im Text wurden dementsprechend angepasst. In den Randnotizen finden sich Verweise zu den entsprechenden Stellen in der kritischen Aristoteles-Gesamtausgabe von Immanuel Bekker aus den Jahren 1831 bis 1837. Das Namen- und Sachverzeichnis verweist nur auf die entsprechenden Stellen in diese Ausgabe, nicht aber direkt auf Passagen innerhalb des vorliegenden Buches. Zur sogenannten ‚Bekker-Zählung‘ siehe die Hinweise des Bearbeiters am Schluss des Textes. ARISTOTELES LEHRE VOM SCHLUSS oder ERSTE ANALYTIK (Organon III) Übersetzt und mit Anmerkungen versehen von EUGEN ROLFES FELIX MEINER VERLAG HAMBURG PHILOSOPHISCHE BIBLIOTHEK BAND 10 1877 Übersetzt und erläutert von J. H. von Kirchmann 1921 Neu übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Eugen Rolfes 1975 Unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1921 CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek Aristoteles Organon/übers. u. mit Anm. vers. von Eugen Rolfes Einheitssacht.: Organon ‹dt.› 3. Lehre vom Schluß oder erste Analytik (Philosophische Bibliothek; Bd. 10) ISBN 3-7873-0354-5 Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks und der photomechanischen Wiedergabe, vorbehalten ISBN 3-7873-0354-5 Druck: Anton Hain KG, Meisenheim Bindearbeiten: Hamburger Druckereigesellschaft Kurt Weltzien KG Printed in Germany Lehre vom Schluss oder Erste Analytik (Organon III) | Project Gutenberg Einleitung. Die Analytik ist, um eine Erklärung des Wortes zu geben, die Lehre von der Auflösung der Schlüsse, d. h. von der Zurückführung der Konklusionen oder Schlußsätze auf ihre Prämissen. Die Wahl dieses Wortes beruht auf der Vorstellung, daß die Konklusion ein Gegebenes ist, das philosophisch auf seine Gründe zurückgeführt sein will. In der Tat ist alles Wissen oder, um es allgemeiner zu fassen, alle vernünftige Erkenntnis, abgesehen von den höchsten Prinzipien, der Ertrag eines Schlusses. Wenn man aber den Prämissen nachgeht, um aus ihnen die Konklusionen zu verstehen, so heißt das nichts anderes, als nach der Bildung oder Errichtung der Schlüsse fragen. Denn die Konklusion kann nur dann ein rechtmäßiges Ergebnis des Denkens sein, wenn sie auf einem rechtmäßigen Schluß beruht. So ist denn die Analytik die Lehre von der Schlußbildung, mit einem Worte die Syllogistik. Man kann in die Syllogistik zwar auch die Lehre von dem Begriff und Urteil einbeziehen, die von Aristoteles in den Kategorien und Perihermenias im äußersten Umriß vorgelegt wird, aber nur, sofern sie die für die Syllogistik notwendigen Vorbegriffe behandelt. Die beiden Werke, die Aristoteles speziell als Analytik bezeichnet, sondern sich in die erste und in die zweite Analytik. Es ist aber klar, daß sich die Bezeichnung Analytik ebenso für die letzte oder die beiden letzten logischen Schriften, die Topik und die Sophistischen Widerlegungen, eignen würde. Denn auch sie handeln von der Errichtung bestimmter Schlüsse, der dialektischen und der sophistischen, wenn auch von den letzteren hauptsächlich nur, um zu zeigen, wie man sich ihrer erwehrt. Dementsprechend treffen wir im Eingang beider Schriften, der ersten Analytik und der Topik, gleichmäßig auf die Definition des Schlusses, des apodiktischen und des dialektischen, beziehungsweise der apodiktischen und der dialektischen Prämisse, vgl. 24 a 22 ff. und 100 a 25 ff. Man sieht indessen leicht, weshalb Aristoteles es vorzieht, den Büchern von den dialektischen Schlüssen den Namen Topik zu geben: er betrachtet dort die Konklusionen nicht als etwas Gegebenes, sondern als etwas zu Findendes, das am rechten Orte geschöpft werden muß. Als Gegenstand der Analytik oder, wie wir jetzt sagen dürfen, der Syllogistik, nennt Aristoteles im ersten Satze der ersten Analytik den Beweis, die Apodeixis, mit dem erklärenden Zusatz, daß die beweisende Wissenschaft es ist, von der wir die Theorie des Beweises erwarten. Das berechtigt uns zu der Annahme, daß im Sinne des Aristoteles die Syllogistik und Logik ihre einzige Aufgabe an dem wissenschaftlichen Beweise hat, sofern sie letzthin darauf abzielt, uns die Weise zu lehren, wie wir etwas durch geordnetes Denken aus seinen Gründen ableiten. Demnach sagen wir, daß die erste Analytik so