Five Lectures on Psycho-Analysis — Sigmund Freud
You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at www.gutenberg.org . If you are not located in the United States, you will have to check the laws of the country where you are located before using this eBook. Title : Über Psychoanalyse: Fünf Vorlesungen Author : Sigmund Freud Release date : February 17, 2007 [eBook #20613] Language : German Other information and formats : www.gutenberg.org/ebooks/20613 Credits : Produced by Markus Brenner, Chris Nash and the Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net *** START OF I. Vorlesung. 1 Über die Entstehung und Entwicklung der Psychoanalyse. 2 Die Hysterie. 4 Der Fall Dr. Breuers. 5 Die »Talking cure«. 7 Die Entstehung der Symptome aus psychischen Traumen. 8 Symptome als Erinnerungssymbole. 10 Fixierung an die Traumen. 11 Das Abreagieren der Affekte. 12 Die hysterische Konversion. 13 Die psychische Spaltung. 14 Hypnoide Zustände. 15 II. Vorlesung. 16 Charcots und Janets Forschungen. 17 Änderung der Technik. 18 Verzicht auf die Hypnose. 19 Verdrängung und Widerstand. 20 Beispiel einer Verdrängung. 21 Dynamische Auffassung der seelischen Spaltung. 22 Symptombildung infolge mißglückter Verdrängung. 24 Ziel der Psychoanalyse. 26 III. Vorlesung. 27 Die Technik des Erratens aus freien Einfällen des Kranken. 28 Die indirekte Darstellung. 30 Die psychoanalytische Grundregel. 31 Das Assoziationsexperiment. 32 Die Traumdeutung. 33 Manifester Trauminhalt und latente Traumgedanken. 34 Die Wunscherfüllung im Traume. 36 Die Traumarbeit. 37 Die Fehl-, Symptom- und Zufallshandlungen. 38 Einwendungen gegen die Psychoanalyse. 40 IV. Vorlesung. 42 Die Sexualität in der Ätiologie. 43 Die infantile Sexualität. 44 Ein amerikanischer Beobachter über die Liebe im Kindesalter. 45 Psychoanalysen an Kindern. 46 Die Phase des Autoerotismus. 47 Die Objektwahl. 48 Endgestaltung des normalen Sexuallebens. 49 Zusammenhang von Neurose und Perversion. 50 Der Kernkomplex der Neurosen. 52 Die Ablösung des Kindes von den Eltern. 53 V. Vorlesung. 54 Regression und Phantasie. 55 Neurose und Kunst. 56 Die Übertragung. 57 Die Angst vor der Befreiung des Verdrängten. 59 Ausgänge der psychoanalytischen Arbeit. 60 Das schädliche Übermaß der Sexualverdrängung. 62 Anmerkungen zur Transkription. ÜBER PSYCHOANALYSE FÜNF VORLESUNGEN GEHALTEN ZUR 20JÄHRIGEN GRÜNDUNGSFEIER DER CLARK UNIVERSITY in WORCESTER MASS. SEPTEMBER 1909. VON Prof. Dr. Sigm. Freud LL. D. LEIPZIG UND WIEN FRANZ DEUTICKE 1910. Verlags-Nr. 1701. K. und K. Hofbuchdruckerei Karl Prochaska in Teschen. Herrn G. Stanley Hall, Ph. D., LL. D. Präsidenten der Clark University, Professor der Psychologie und Pädagogik in Dankbarkeit zugeeignet. I. Meine Damen und Herren! Es ist mir ein neuartiges und verwirrendes Gefühl, als Vortragender vor Wißbegierigen der Neuen Welt zu stehen. Ich nehme an, daß ich diese Ehre nur der Verknüpfung meines Namens mit dem Thema der Psychoanalyse verdanke, und beabsichtige daher, Ihnen von Psychoanalyse zu sprechen. Ich will es versuchen, Ihnen in gedrängtester Kürze einen Überblick über die Geschichte der Entstehung und weiteren Fortbildung dieser neuen Untersuchungs- und Heilmethode zu geben. Wenn es ein Verdienst ist, die Psychoanalyse ins Leben gerufen zu haben, so ist es nicht mein Verdienst. Ich bin an den ersten Anfängen derselben nicht beteiligt gewesen. Ich war Student und mit der Ablegung meiner letzten Prüfungen beschäftigt, als ein anderer Wiener Arzt, Dr. Josef Breuer , [1] dieses Verfahren zuerst an einem hysterisch erkrankten Mädchen anwendete (1880-1882). Mit dieser Kranken- und Behandlungsgeschichte wollen wir uns nun zunächst beschäftigen. Sie finden dieselbe ausführlich dargestellt in den später von Breuer und mir veröffentlichten »Studien über Hysterie«. [2] [1] Dr. Josef Breuer , geb. 1842, korrespondierendes Mitglied der k. Akademie der Wissenschaften, bekannt durch Arbeiten über die Atmung und zur Physiologie des Gleichgewichtssinnes. [2] Studien über Hysterie. 1895. Fr. Deuticke, Wien, 2. Aufl., 1909. Stücke meines Anteils an diesem Buch sind von Dr. A. A. Brill in New York ins Englische übertragen worden (Selected papers on Hysteria and other Psychoneuroses by S. Freud, Nr. 4 der »Nervous and Mental Disease Monograph Series«, New York). Vorher nur noch eine Bemerkung. Ich habe nicht ohne Befriedigung erfahren, daß die Mehrzahl meiner Zuhörer nicht dem ärztlichen Stande angehört. Besorgen Sie nun nicht, daß es besonderer ärztlicher Vorbildung bedarf, um meinen Mitteilungen zu folgen. Wir werden allerdings ein Stück weit mit den Ärzten gehen, aber bald werden wir uns absondern und Dr. Breuer auf einen ganz eigenartigen Weg begleiten. Dr. Breuers Patientin, ein 21jähriges, geistig hochbegabtes Mädchen, entwickelte im Verlaufe ihrer über zwei Jahre ausgedehnten Krankheit eine Reihe von körperlichen und seelischen Störungen, die es wohl verdienten, ernst genommen zu werden. Sie hatte eine steife Lähmung der beiden rechtsseitigen Extremitäten mit Unempfindlichkeit derselben, zeitweise dieselbe Affektion an den Gliedern der linken Körperseite, Störungen der Augenbewegungen und mannigfache Beeinträchtigungen des Sehvermögens, Schwierigkeiten der Kopfhaltung, eine intensive Tussis nervosa, Ekel vor Nahrungsaufnahme und einmal durch mehrere Wochen eine Unfähigkeit zu trinken trotz quälenden Durstes, eine Herabsetzung des Sprachvermögens, die bis zum Verlust der Fähigkeit fortschritt, ihre Muttersprache zu sprechen oder zu verstehen, endlich Zustände von Abwesenheit, Verworrenheit, Delirien, Alteration ihrer ganzen Persönlichkeit, denen wir unsere Aufmerksamkeit später werden zuwenden müssen. Wenn Sie von einem solchen Krankheitsbilde hören, so werden Sie, auch ohne Ärzte zu sein, der Annahme zuneigen, daß es sich um ein schweres Leiden, wahrscheinlich des Gehirns, handle, welches wenig Aussicht auf Herstellung biete und zur baldigen Auflösung der Kranken führen dürfte. Lassen Sie sich indes von