ファウスト 第一部/ファウスト — ヨハン・ヴォルフガング・フォン・ゲーテ
You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at www.gutenberg.org . If you are not located in the United States, you will have to check the laws of the country where you are located before using this eBook. Title : Faust: Der Tragödie zweiter Teil Author : Johann Wolfgang von Goethe Release date : June 1, 2000 [eBook #2230] Most recently updated: December 31, 2020 Language : German Other information and formats : www.gutenberg.org/ebooks/2230 Credits : Produced by Michael Pullen *** START OF Das Projekt ist unter der Internet-Adresse http://gutenberg.aol.de erreichbar. This book was generously provided by the German Gutenberg Projekt, which can be found at the web address http://gutenberg.aol.de/. Faust: Der Tragödie zweiter Teil von Johann Wolfgang von Goethe 1. Anmutige Gegend 2. Hochgewölbtes enges gotisches Zimmer 3. Vor dem Palaste des Menelas zu Sparta 4. Hochgebirg 5. Offene Gegend 1. Akt—Anmutige Gegend Faust auf blumigen Rasen gebettet, ermüdet, unruhig, schlafsuchend. Dämmerung. Geister-Kreis schwebend bewegt, anmutige kleine Gestalten. ARIEL. Gesang von Aolsharfen begleitet. Wenn der Blüten Frühlingsregen Über alle schwebend sinkt, Wenn der Felder grüner Segen Allen Erdgebornen blinkt, Kleiner Elfen Geistergröße Eilet, wo sie helfen kann; Ob er heilig, ob er böse, Jammert sie der Unglücksmann. Die ihr dies Haupt umschwebt im luft'gen Kreise, Erzeigt euch hier nach edler Elfen Weise: Besänftiget des Herzens grimmen Strauß, Entfernt des Vorwurfs glühend bittre Pfeile, Sein Innres reinigt von erlebtem Graus! Vier sind die Pausen nächtiger Weile; Nun ohne Säumen füllt sie freundlich aus! Erst senkt sein Haupt aufs kühle Polster nieder, Dann badet ihn im Tau aus Lethes Flut! Gelenk sind bald die krampferstarrten Glieder, Wenn er gestärkt dem Tag entgegen ruht. Vollbringt der Elfen schönste Pflicht: Gebt ihn zurück dem heiligen Licht! CHOR einzeln, zu zweien und vielen, abwechselnd und gesammelt. Wenn sich lau die Lüfte füllen Um den grünumschränkten Plan, Süße Düfte, Nebelhüllen Senkt die Dämmerung heran, Lispelt leise süßen Frieden, Wiegt das Herz in Kindesruh Und den Augen dieses Müden Schließt des Tages Pforte zu. Nacht ist schon hereingesunken, Schließt sich heilig Stern an Stern; Große Lichter, kleine Funken Glitzern nah und glänzen fern; Glitzern hier im See sich spiegelnd, Glänzen droben klarer Nacht; Tiefsten Ruhens Glück besiegelnd Herrscht des Mondes volle Pracht. Schon verloschen sind die Stunden, Hingeschwunden Schmerz und Glück; Fühl' es vor! Du wirst gesunden; Traue neuem Tagesblick! Täler grünen, Hügel schwellen, Buschen sich zu Schattenruh; Und in schwanken Silberwellen Wogt die Saat der Ernte zu. Wunsch um Wünsche zu erlangen Schaue nach dem Glänze dort! Leise bist du nur umfangen; Schlaf ist Schale: wirf sie fort! Säume nicht dich zu erdreisten, Wenn die Menge zaudernd schweift; Alles kann der Edle leisten, Der versteht und rasch ergreift. Ungeheures Getöse verkündet das Herannahen der Sonne. ARIEL. Horchet! horcht dem Sturm der Hören! Tönend wird für Geistesohren Schon der neue Tag geboren. Felsentore knarren rasselnd, Phöbus' Räder rollen prasselnd, Welch Getöse bringt das Licht! Es trommetet, es posaunet, Auge blinzt und Ohr erstaunet, Unerhörtes hört sich nicht. Schlüpfet zu den Blumenkronen, Tiefer, tiefer, still zu wohnen, In die Felsen, unters Laub! Trifft es euch, so seid ihr taub. FAUST. Des Lebens Pulse schlagen frisch lebendig, Ätherische Dämmerung milde zu begrüßen. Du, Erde, warst auch diese Nacht beständig Und atmest neu erquickt zu meinen Füßen, Beginnest schon mit Lust mich zu umgeben. Du regst und rührst ein kräftiges Beschließen, Zum höchsten Dasein immer fortzustreben.— In Dämmerschein liegt schon die Welt erschlossen, Der Wald ertönt von tausendstimmigem Leben, Tal aus Tal ein ist Nebelstreif ergossen; Doch senkt sich Himmelsklarheit in die Tiefen, Und Zweig' und Äste, frisch erquickt, entsprossen Dem duft'gen Abgrund, wo versenkt sie schliefen. Auch Färb' an Farbe klärt sich los vom Grunde, Wo Blunr und Blatt von Zitterperle triefen— Ein Paradies wird um mich her die Runde. Hinaufgeschaut!—Der Berge Gipfelriesen Verkünden schon die feierlichste Stunde; Sie dürfen früh des ewigen Lichts genießen, Das später sich zu uns hernieder wendet. Jetzt zu der Alpe grüngesenkten Wiesen Wird neuer Glanz und Deutlichkeit gespendet, Und stufenweis herab ist es gelungen— Sie tritt hervor!—und, leider schon geblendet, Kehr' ich mich weg, vom Augenschmerz durchdrungen. So ist es also, wenn ein sehnend Hoffen Dem höchsten Wunsch sich traulich zugerungen, Erfüllungspforten findet flügeloffen; Nun aber bricht aus jenen ewigen Gründen Ein Flammenübermaß—wir stehn betroffen. Des Lebens Fackel wollten wir entzünden, Ein Feuermeer umschlingt uns, welch ein Feuer! Ist's Lieb', ist's Haß, die glühend uns umwinden, Mit Schmerz-und Freuden wechselnd ungeheuer, So daß wir wieder nach der Erde blicken, Zu bergen uns in jugendlichstem Schleier? So bleibe denn die Sonne mir im Rücken! Der Wassersturz, das Felsenriff durchbrausend, Ihn schau' ich an mit wachsendem Entzücken. Von Sturz zu Sturze wälzt er jetzt in tausend, Dann abertausend Strömen sich ergießend, Hoch in die Lüfte Schaum an Schäume sausend. Allein wie herrlich diesem Sturm entsprießend. Wölbt sich des bunten Bogens Wechseldauer, Bald rein gezeichnet, bald in Luft zerfließend, Umher verbreitend duftig kühle Schauer. Der spiegelt ab das menschliche Bestreben. Ihm sinne nach und du begreifst genauer: Am farbigen Abglanz haben wir das Leben. KAISERLICHE PFALZ SAAL DES THRONES Staatsrat in Erwartung des Kaisers. Trompeten. Hofgesinde aller Art, prächtig gekleidet, tritt vor. Der Kaiser gelangt auf den Thron, zu seiner Rechten der Astrolog. KAISER. Ich grüße die Getreuen, Lieben, Versammelt aus der Näh und Weite.— Den Weisen seh' ich mir zur Seite, Allein wo ist der Narr geblieben? JUNKER. Gleich hinter deiner Mantelschleppe Stürzt' er z